Die Früchte der Arbeit

Welche Gartenarbeiten im Herbst sinnvoll sind - und auf welche man verzichten kann

29.9.2023, 11:22 Uhr
Nicht nur Erntezeit: Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um Gehölze zu pflanzen.

© Christin Klose/dpa-tmn Nicht nur Erntezeit: Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um Gehölze zu pflanzen.

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Wenn die Tage kürzer und kühler werden, freuen sich Gärtner über rote Äpfel an den Bäumen und reifes Gemüse im Beet. Oder einfach über das bunte Laub. Das darf man übrigens - wie manches andere - in vielen Ecken des Gartens einfach liegen lassen. Die Tiere freuen sich darüber genauso wie der Rücken.

Der Herbst ist besonders geeignet, um diese Pflanzen zu setzen:

  • Obstgehölze
  • Ziersträucher
  • Hecken
  • Rosen

Im Herbst ist der Boden noch warm. Und das Wetter ist in der Regel recht feucht, so wachsen die Pflanzen gut an. Bis zu einer Temperatur von sechs Grad bilden sie neue Wurzeln aus, also bis weit in den November oder sogar Dezember hinein. So starten sie gut gerüstet ins Frühjahr und können sich dann um Blüten und Laubaustrieb kümmern.

Gehölze bekommt man im Herbst auch wurzelnackt, also ohne Erdballen, sagt Hubert Siegler von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Das hat zwei Vorteile:

  1. Wurzelnackte Gehölze ohne Erde werden von Baumschulen ressourcenschonend auf dem Feld gezogen. Das Eintopfen in Plastikgefäße entfällt, was der Umwelt zugutekommt.
  2. Sie sind günstiger als Containerware, die mit ausgewachsenen Wurzelballen und Erde in Plastikgefäßen verkauft wird.

Außerdem findet man im Herbst eine größere Auswahl an Gehölzsorten und oft eine bessere Pflanzenqualität.

Auch die meisten Stauden wachsen im Herbst gut an und haben damit im Frühjahr einen Startvorteil.

Blumenzwiebeln setzt man von Oktober bis Mitte November. Wenn sie im Frühjahr blühen, sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Hummeln, Wildbienen und Zitronenfalter.

Das Pflanzloch für Obstgehölze sollte man großzügig ausheben: doppelt so breit und tief wie deren Wurzelballen. Die Pflanzgrube füllt man mit dem Aushub, vermischt mit Kompost, Sand und Gesteinsmehl.

"Bei Obstbäumen kommt die leicht verdickte Veredelungsstelle etwa 10 cm über der Erde zu stehen, bei den meisten veredelten Ziergehölzen dagegen etwas unter der Bodenoberfläche", schreibt Joachim Mayer in seinem Buch "Gartenjahr für Einsteiger".

Der Stützpfahl sollte leicht schräg in den Boden gerammt werden, damit er den Wurzelballen nicht verletzt.

Gut zu wissen: Wer mit Wühlmäusen im Garten zu kämpfen hat, sollte ein engmaschiges Geflecht aus unverzinktem Draht um den Wurzelballen wickeln. Das hält die kleinen Nagetiere ab.

Tipp: Wurzelnackte Pflanzen sollte man zwölf Stunden wässern, bevor sie in den Boden kommen, rät Mascha Schacht in ihrem Buch "Garten Basics". Dafür taucht man den Wurzelballen in einen Eimer Wasser.

Im September kann ich noch Feldsalat oder Spinat aussäen", sagt Melanie Konrad vom Naturschutzbund Deutschland. "Das ernte ich dann im folgenden Frühjahr." Auch Pak Choi, Knoblauch, Blumen- oder Chinakohl lassen sich einpflanzen.

Bei dieser Methode sät man auf abgeerntete Beete Kreuzblütler wie Senf, Leguminosen wie Lupinen oder auch Winterweizen aus.

Auf den ersten Blick wirkt das widersinnig: Beete düngen, indem man sie bepflanzt. Schließlich ziehen ja alle Pflanzen Nährstoffe aus dem Boden. Aber tatsächlich hat die Gründüngung handfeste Vorteile:

  • Sie speichert Nährstoffe, weil diese nicht vom Winterregen ausgewaschen werden.
  • Sie bedeckt den Boden und verhindert, dass sich Unkraut ausbreitet.
  • Sie liefert Insekten Nahrung.

Leguminosen wie Lupinen binden sogar Stickstoff aus der Luft an ihren Wurzeln und düngen so den Boden.

Besonders bei schweren, lehmigen Böden helfen Tiefwurzler wie Sonnenblumen oder Winterroggen, den Boden aufzulockern. "Sie frieren idealerweise im Winter ab und werden im Frühjahr klein gehäckselt und untergegraben", sagt Melanie Konrad.

Wichtig sei, sagt Siegler, dass die Pflanzen für die Gründüngung fruchtfolgeneutral sind. Das bedeutet, dass Gärtner im nächsten Frühling säen können, was sie wollen. Er empfiehlt etwa:

  • Getreidearten
  • Phacelia, auch Bienenfreund genannt
  • Buchweizen
  • Klee
  • Wicken
Im Herbst können zahlreiche Gemüsesorten wie Rosenkohl, Steckrüben oder Kohlrabi geerntet werden.

Im Herbst können zahlreiche Gemüsesorten wie Rosenkohl, Steckrüben oder Kohlrabi geerntet werden. © Christin Klose/dpa-tmn

    Der Herbst ist die Haupterntezeit.

    Wichtig sei, dass es bei vielen Obst- und Gemüsearten frühe und späte Sorten gibt, so Konrad. So wird die Erntezeit ausgedehnt.

    Beispiel: Bei den Äpfeln reicht die Spanne vom Klarapfel, den man schon Ende Juli pflücken kann, bis zu Sorten wie Idared, die erst Ende Oktober reif sind.

    Je nach Obst- und Gemüsesorte gilt es einiges zu beachten:

    • Wärmeliebende Fruchtgemüse wie Auberginen, Zucchini, Gurken und Tomaten sollte man ernten, bevor im Oktober die ersten Nachtfröste kommen. Ansonsten würden sie matschig, erklärt Konrad.
    • Tomaten reifen unter 10 Grad Lufttemperatur nicht mehr aus. Man kann sie aber im Haus nachreifen lassen.
    • Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen räumt man ebenfalls spätestens im Oktober ab.
    • Kartoffeln sind reif zum Ernten, wenn ihr Laub gelb ist.
    • Alle Kohlarten wie Wirsing, Kohlrabi oder Rosenkohl kann man bis in den Oktober, frosttolerante Sorten sogar bis in den November hinein ernten.
    • Wurzelgemüse lasse man möglichst lange im Beet, sagt Siegler. Möhren kann man zur Not mit Laub oder Stroh abdecken, wenn Frost kommt. Dann muss man aber auf Mäuse achten.
    • Mehrjährige Gemüsesorten wie Meerrettich dürfen sogar über Winter im Beet bleiben - ebenso wie Schwarzwurzeln oder Topinambur.
    • Kräuter werden bis Ende September durchgehend geerntet.
    • Auch die Samen von Wildblumen oder Gemüse lassen sich im September ernten.
    • Die Obsternte strecke sich von Ende August bis Oktober, sagt Konrad. "Das Obst wird nach und nach reif, man macht also mehrere Pflückgänge."
    • Wildobst wie Aronia ist Anfang September pflückreif.
    • Quitten bleiben je nach Sorte und Region bis Mitte oder Ende Oktober am Baum.

    Gut zu wissen: Ein Problem ist, dass Vögel reifes Obst mindestens genauso sehr lieben wie wir. Netze über den Zweigen bergen aber das Problem, dass sich Vögel in ihnen verhaken und sterben. Besser als Netze ist ein Obstkäfig mit gespanntem Netz.

    Tipp: Die meisten Fruchtgemüse lassen sich mit einem leichten Ruck und einer Drehung abpflücken, schreibt Mayer. Nur Zucchini und Salatgurken schneidet man besser mit einem Messer ab.

    Fallobst sammeln: Äpfel ohne faule Stellen eignen sich hervorragend zum Entsaften.

    Fallobst sammeln: Äpfel ohne faule Stellen eignen sich hervorragend zum Entsaften. © Christin Klose/dpa-tmn

    Wenn sich die Äste der Sträucher und Bäume unter der Last unzähliger Früchte biegen und Kolonnen von Möhren aus dem Beet spitzen, kommen Gärtner mit dem Essen nicht mehr hinterher. Aber zum Glück hält sich vieles aus dem Garten lange - sofern man es richtig lagert.

    Konrad rät, Obst und Gemüse stets zu trennen.

    Denn Äpfel, Birnen oder Zwetschgen stoßen das Reifegas Ethylen aus, das Gemüse schneller altern lässt.

    Obst lagert man am besten im Garten- oder Geräteschuppen ein. Denn die meisten Keller sind heute nicht mehr kühl genug. Wichtig ist, nachts die Fenster zu kippen, damit die warme Luft und das Ethylen entweichen.

    Auch auf nordseitigen Balkonen oder Terrassen kann man Obst gut in Kisten lagern - jedoch nur regen- und mäusegeschützt. Bei leichten Frösten deckt man es mit einer Decke oder Jute ab.

    Mayer empfiehlt, die Früchte auf Regale mit Lattenrostboden zu legen, und zwar mit dem Stiel nach oben und nicht zu eng beieinander. So bekommen sie keine Druckstellen.

    Wichtig ist, nur gesundes und unbeschädigtes Obst einzulagern. "Jede kleine Verletzung ist eine mögliche Eintrittspforte für Bakterien und Pilze", erklärt Schacht. "Und befallene Früchte können schnell das ganze Lager anstecken."

    Deshalb sollte man regelmäßig kontrollieren, ob Äpfel und Birnen faulig oder von Mäusen angenagt sind.

    Auch Gemüse mag es kühl.

    • Kartoffeln legt man auf ein Holzlattengestell in einem dunklen Raum.
    • Knollengemüse wie Sellerie oder Kohlrabi sollte man trocken und sehr eng einräumen. Das Gemüse nicht waschen. "Die anhaftende Erde sorgt für bessere Haltbarkeit", so Siegler.
    • Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete oder Pastinaken legt man in eine Kiste mit feuchtem Sand - oder in eine Vorratsgrube, auch Erdmiete genannt. Dafür werden Töpfe oder Fässer in einem Erdloch eingegraben. Löcher sorgen für Belüftung.
    • Knoblauch und Zwiebeln hängt man zusammen gebunden oder in Netzen an einem luftigen und dunklen Ort auf. Auch Chinakohl kann in Zeitungspapier eingewickelt kopfüber am Strunk aufgehängt werden.

    Einfrieren könne man vieles, sagt Konrad. Mit dieser schonenden Methode blieben viele Vitamine und Spurenelemente erhalten.

    Sehr wasserhaltiges Obst und Gemüse wie Tomaten, Zucchini oder Paprika werden allerdings beim Einfrieren matschig und verlieren ihr Aroma. Deshalb sollten sie vorher zum Beispiel zu Püree verarbeitet werden.

    Auch das Fermentieren bewahrt die Vitamine. Eine traditionelle Variante ist, Kohl zu Sauerkraut zu verarbeiten. Aber auch für Wurzelgemüse oder Paprika bietet sich die Milchsäuregärung an - wenn man den leicht säuerlichen Beigeschmack mag.

    Die Knollen von Dahlien oder Gladiolen nimmt man im Herbst aus dem Beet, wickelt sie in Zeitungspapier oder legt sie in Sand und stellt sie in den Keller.

    Sind Äpfel oder Birnen ins Gras gepurzelt und liegen dort ein paar Stunden oder Tage, mag sie wohl kaum noch jemand essen. Sollte man sie dann einfach in die Biotonne werfen?

    "Fallobst lässt man im Garten möglichst liegen", sagt Konrad. "Es ist für Tiere im Herbst und vor allem im Winter sehr wichtige Nahrung."

    Allerdings überwintern im Fallobst manche Schädlinge und Krankheiten wie der Apfelwickler, warnt Joachim Mayer. Im nächsten Frühjahr können sie dann erneut die Bäume befallen.

    Besonders vertrocknete, braune Fruchtmumien sollte man deshalb entfernen - sie tragen die Pilzkrankheit Monilia in sich.

    Faule Äpfel kommen in kleiner Menge auf den Kompost - oder in die Biotonne, wenn es zu viele werden.

    Sind Äpfel nicht wurmstichig oder faulig, bieten sie sich zum Entsaften an. Oder für Apfelmus oder Apfelchips.

    Bereit für die Gartenarbeit: Auch im Herbst gibt es im Garten einiges zu tun.

    Bereit für die Gartenarbeit: Auch im Herbst gibt es im Garten einiges zu tun. © Christin Klose/dpa-tmn

    Im Herbst treten Pflanzen in ihre Ruhephase ein. Und diese sollten ihnen Gärtner lassen. Im naturnahen Garten lasse man im Herbst ohnehin das meiste stehen, sagt Melanie Konrad.

    Stauden und beerentragende Gehölze etwa sind wichtige Winternahrung für Tiere. In manchen Stauden nisten Wildbienen.

    Wer sich im nächsten Jahr viele neue Triebe und Blüten wünscht, sollte verblühte Stauden allerdings knapp über dem Boden abschneiden, rät Joachim Mayer.

    Wer für seine Pflanzen einen falschen Standort gewählt hat, kann sie umsetzen, sobald sie in Winterruhe sind - aber nur in den ersten drei Jahren, warnt Hofmann. Danach hätten sie so viele Wurzeln gebildet, dass ein Umsetzen schwierig ist.

    Man kann natürlich jedes Jahr aufs Neue in der Gärtnerei einkaufen. Günstiger ist es aber, seine Pflanzen selbst zu vermehren.

    Das funktioniert bei allen Pflanzen, die nach einem Rückschnitt wieder austreiben. Und so geht es:

    • Ein ausgereiftes, also verholztes, etwa 15 bis 20 Zentimeter langes Steckholz vom blütenfreien diesjährigen Neutrieb unter einer Knospe abschneiden, die Blätter abrupfen und dieses Triebstück direkt ins Beet stecken. Zwei Knospen sollten oben raus gucken, so Siegler.
    • Eine Folie drüber stülpen, um die Luftfeuchtigkeit bei Sonne und Wind zu erhalten. Ideal ist der Glaskasten eines Frühbeets.
    • Abwarten, bis der Trieb neue Wurzeln bildet.

    Viele Kübelpflanzen wie Oleander, Geranien oder Fuchsien lassen sich übrigens einfach in einem Wasserglas vermehren. Optimal ist es, das Glas einzuwickeln und so abzudunkeln - und alle paar Tage das Wasser auszutauschen.

    Alternativ kann man die etwa 10 Zentimeter langen Stecklinge auch direkt in nährstoffarme Aussaaterde in einem Gefäß stecken. Nach dem Angießen legt man eine perforierte Folie darüber, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

    Nein, das braucht man meistens nicht.

    Stickstoffhaltige Dünger sind im Herbst tabu. Stickstoff ist "der Motor des Wachstums", erklärt Siegler - und die Pflanzen haben längst aufgehört zu wachsen. Statt zu wachsen, müssen Gehölze nun ihre Triebe abschließen.

    "Im naturnahen Garten gehen die Pflanzen jetzt langsam in die Winterruhe", sagt Konrad.

    Auch im Gemüsebeet nutzen die Pflanzen im Herbst die Reserven aus dem Boden. Wird der Feldsalat allerdings gelb, fehlt ihm Stickstoff. Dann darf er ein wenig Dünger bekommen.

    Eine Ausnahme ist der Zierrasen. Ihm kann man im Herbst noch einmal einen kaliumbetonten Dünger geben, der Pflanzenzellen und Wurzeln kräftigt und sie besser vor Frost schützt.

    Damit die Gräser keinen Schaden nehmen, sollte Laub auf dem Rasen zusammengeharkt werden.

    Damit die Gräser keinen Schaden nehmen, sollte Laub auf dem Rasen zusammengeharkt werden. © Florian Schuh/dpa-tmn

    Joachim Mayer empfiehlt Umgraben in jedem Fall vor der Neuanlage von Beeten und Rasenflächen und bei stark verunkrauteten Böden.

    Er empfiehlt grundsätzlich diese Technik:

    1. Am Beetrand einen spatentiefen Graben ausheben.
    2. In diesen Graben kommen die gewendeten Erdschollen einer zweiten Reihe, die man ausgräbt.
    3. Dann die dritte Reihe Schollen gewendet in den zweiten Graben legen - und so weiter.
    4. In die letzte Reihe legt man die Schollen des ersten Grabens. Dabei stets Steine und Wurzeln von Unkraut aufsammeln.

    Hubert Siegler rät bei bestehenden Beeten, nur schwere, lehmige Böden umzugraben - möglichst spät, wenn der Boden "Kühlschranktemperatur" hat, meistens erst Ende November oder Anfang Dezember.

    Bei Frost dehnt sich das Wasser in den Erdschollen aus und sprengt diese. Die Kälte hilft somit beim Lockern des Bodens.

    Tiefer als 20 Zentimeter sollte man aber nie umgraben. Ansonsten würde man Mikroorganismen, die in der oberen Erdschicht leben, in der Tiefe vergraben. Und dann kann es lange dauern, bis sich das gesamte Bodenleben wieder sortiert hat.

    Nabu-Expertin Konrad sieht das Umgraben aus diesem Grund generell eher skeptisch. Sie empfiehlt, den Boden stattdessen mit tief wurzelnden Gründüngungs-Pflanzen wie Sonnenblumen zu lockern.

    Wie lockere ich den Boden am besten?

    Boden- und rückenschonend ist das Lockern per Grabegabel.

    Mayer empfiehlt, sie in Abständen von zehn Zentimetern in den Boden zu stechen und hin und her zu rütteln.

    Im zweiten Schritt zieht man einen Grubber oder Sauzahn durch die gelockerte Erde und zieht Unkrautwurzeln heraus.

    Abschließend deckt man das Beet mit Laub oder Rasenschnitt ab, damit der Boden im Winter nicht allzu stark durchfriert - und im Frühjahr schneller bepflanzt werden kann.

    Wenn Herbststürme durch die Baumkronen fegen, sprenkeln braune Blätter Beete und Rasen. Und überall sieht man Gärtner, die Laub zusammenharken und in Säcke stopfen. Dabei könnte man sich einen guten Teil der Plackerei sparen.

    "Laub ist zu schade für die Tonne", sagt Siegler. Denn die welken Blätter sind ein wunderbares - und kostenloses - Material zum Mulchen. Dafür legt man einfach eine dünne Schicht über seine Beete.

    Auch unter Bäumen, Sträuchern und Hecken darf das Laub liegen bleiben. "In der Natur sind ja auch die Blätter der Winterschutz für den Boden", sagt Konrad.

    Nur dem Rasen würde ein dichter Laubteppich schaden: Er entzieht ihm Licht und lässt ihn nicht trocknen. Die Folge kann sein, dass der Rasen fault oder schimmelt.

    Das vom Rasen geharkte Laub türme man am besten in mehreren Haufen im Garten auf, sagt Siegler. Sie sind ein beliebtes Zuhause für Raupen und Falter, Spitzmäuse und Kröten, Käfer und Igel. Damit der Wind das Laub nicht wegweht, kann man außen herum Reisig stecken.

    Tipp: Siegler rät, den Rasen das letzte Mal zu mähen, wenn bereits viele Blätter auf ihm liegen. "So nehmen sie mit dem Fangkorb zugleich das Laub auf. Und die Mischung können Sie gut auf den Kompost leeren" - oder zum Mulchen nutzen. Besonders Laub von Eiche und Walnussbaum, das schlecht verrottet, lässt sich so zerkleinern.

    Wichtig: Auf Laubsauger sollten Gärtner unbedingt verzichten, sagt Konrad. Denn sie zerhäckseln viele Kleintiere.

    Der Lebensraum vieler Tierarten schrumpft von Jahr zu Jahr. Umso wichtiger sind naturnahe Gärten. Deren Gesamtfläche ist hierzulande genauso groß wie alle Naturschutzgebiete in Deutschland.

    Nicht zu viel aufräumen - so lautet daher der Rat im Herbst.

    Tiere wie der Igel sind im Herbst auf Nahrungssuche, um sich ein Fettpolster für den Winter anzufressen. Und wer hierzulande überwintert, sucht im Herbst einen Unterschlupf.

    Haufen aus Totholz und Reisig sind wichtige Verstecke für Kröten, Eidechsen, Insekten und Vögel wie den Zaunkönig.

    Hecken und dornige Sträucher, an die keine Katzen kommen, sind ein Zuhause für Vögel. Möglichst wenig stutzen, rät Konrad.

    Wer als Hecke fruchttragende Gehölze wie Pfaffenhütchen, Hartriegel oder Wildrosen pflanzt, schenkt Vögeln natürliche Futterquellen.

    Siegler appelliert, auch Stauden und ihre Stängel stehen zu lassen. "Sie sind Unterschlupf für viele Insekten und Käfer. Und manche enthalten Samen, die Tiere über den Winter nutzen."

    Gullys und Schächte sollte man abdecken. Kröten oder Igel auf Quartiersuche fallen sonst hinein und kommen nicht mehr heraus.

    Vorbereitung fürs Frühjahr: Viele Blumenzwiebeln können im Herbst gepflanzt werden.

    Vorbereitung fürs Frühjahr: Viele Blumenzwiebeln können im Herbst gepflanzt werden. © Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

    Wenn das Thermometer in Richtung 0 Grad sinkt, sollten Gärtner vorsorgen. Besonders Arten aus wärmeren Ländern wie mediterrane Kräuter, Stechpalme oder Rosen seien schutzbedürftig, schreibt Mayer. Ebenso junge Pflanzen, die gerade erst gesetzt wurden.

    Am wichtigsten ist es dabei, Wurzeln und bodennahe Triebknospen zu schützen. Mayer rät, Fichten- oder Tannenzweige überlappend so wie Dachziegel über die Wurzeln zu legen.

    • Um Gemüse und Salat legt man an kalten Tagen ein Pflanzenvlies.
    • Über Wurzelgemüse wie Möhren kann man auch Laub legen.
    • Bei Rosen häufelt man Erde und Kompost rund 15 Zentimeter hoch um die Veredlungsstelle an und bedeckt diese mit Fichtenreisig oder Stroh. An kalten Standorten wickelt man Reisig um die Stämme.
    • Baumstämme kann man auf der Südseite weiß streichen. So erwärmt sich der Stamm bei starker Sonneneinstrahlung weniger. Die Gefahr, dass die Rinde durch die hohen Temperaturunterschiede Risse bekommt, sinkt. Siegler empfiehlt, die Rinde vor dem Streichen abzubürsten.
    • Immergrüne Gehölze sollte man im Herbst noch einmal durchdringend gießen, damit sie einen guten Wasservorrat im Wurzelbereich für den Winter haben.

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