Erste Studien abgeschlossen

Schutz auch gegen Varianten? US-Army entwickelt Super-Impfstoff gegen Corona

17.1.2022, 13:06 Uhr
Phase I der klinischen Studie zum neuen Impfstoff am Walter Reed Army Institute of Research war bereits erfolgreich.

Phase I der klinischen Studie zum neuen Impfstoff am Walter Reed Army Institute of Research war bereits erfolgreich. © imago images/ZUMA Wire, NNZ

Als sich Corona zu einer weltweiten Pandemie entwickelte, hatten die Forschungslabore vor allem die Absicht, so schnell wie möglich einen wirksamen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln. Seit dem Ausbruch Anfang 2020 sind allerdings zahlreiche Varianten des Virus entstanden, gegen die nicht jeder der Impfstoffe auf dem Markt eine hohe Wirksamkeit zeigt. Forscher am Walter Reed Army Institute of Research haben sich hierfür etwas länger Zeit genommen. Sie sind laut der amerikanischen Plattform "Defense One" seit zwei Jahren an einem Wunderimpfstoff dran, der vor Infektionen einer Vielzahl an Varianten schützen soll - inklusive Omikron.

Die Herangehensweise der Wissenschaftler greift dabei etwas weiter als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen. Sie haben einen Proteinimpfstoff entwickelt, der ähnlich funktioniert wie das neue Mittel von Novavax. Die Forscher der US-Armee setzen bei ihrem Impfstoff jedoch auf ein bestimmtes Protein, woraus sich auch der Name ableitet: Spike-Ferritin-Nanopartikel-Impfstoff (SpFN). Das enthaltene Ferritin entfaltet sich selbst zu einer Kugel mit 24 Einheiten, an die sich theoretisch jeweils ein Spikeprotein einer neuen Corona-Mutante befestigen lässt. Durch das gemeinsame Spritzen dieser Ferritin-Nanopartikel mit den Virenproteinen sowie einem Wirkungsverstärker, bildet das Immunsystem Antikörper und T-Zellen, die das Virus im Körper unschädlich machen.

Tierversuche seien bereits erfolgreich gewesen, weshalb nun erste Tests an Menschen durchgeführt wurden, erklärte Dr. Kayvon Modjarrad, Direktor der Abteilung für Infektionskrankheiten am Walter Reed Army Institute of Research. Damit ist Phase I der klinischen Prüfung des Impfstoffes jetzt abgeschlossen.

Die konkreten Ergebnisse der Studie liegen allerdings noch nicht vor. Modjarrad sagte dazu in einem öffentlichen Statement: "Wir möchten die klinischen Daten abwarten, bevor wir sie der Öffentlichkeit bekannt geben, aber bisher läuft alles genau so, wie wir es uns erhofft haben." Bis der Impfstoff allerdings auf den Markt kommt, kann es noch eine ganze Weile dauern. Phase II und Phase III müssen erst abgeschlossen werden, bevor eine Zulassung für das Mittel erteilt wird.