Großeinsatz in Neustadt

Sturmhauben und Steinwürfe: Kleeblatt-Ultras schlagen auf Clubfans ein

Tobi Lang
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14.11.2022, 09:32 Uhr
Beim Frankenderby gegen den Club im Juli zündeten die Kleeblatt-Anhänger Pyrotechnik. Nun schlugen sie am Neustädter Bahnhof zu. 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Beim Frankenderby gegen den Club im Juli zündeten die Kleeblatt-Anhänger Pyrotechnik. Nun schlugen sie am Neustädter Bahnhof zu. 

Es war ein unglücklicher Zufall, so viel ist klar. Eigentlich sollte ein Regionalexpress, der rund 220 Fürther Fans vom Auswärtsspiel in Darmstadt zurück in die Heimat bringen sollte, gar nicht in Neustadt an der Aisch halten. Weil der Nürnberger Hauptbahnhof wegen eines qualmenden ICE aber komplett gesperrt war, legte der Zug gegen 19.30 Uhr aber einen unplanmäßigen Stopp ein. Mit Folgen.

Denn: Am Neustädter Bahnhof trafen die Fürth-Ultras auf drei Nürnberger Anhänger, wie ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage bestätigt. Die FCN-Fans waren auf dem Rückweg nach ihrem Heimspiel gegen Paderborn. An der örtlichen Bahnhofsgaststätte eskalierte der Streit dann. "Die Nürnberger Fans haben verbal provoziert", erklärt ein Sprecher. "Daraufhin zogen sich etwa 40 der Ultras Sturmhauben und Masken über."

Clubfan mit Fäusten geschlagen - Großaufgebot rückt an

Eine Massenschlägerei begann. Die Fürther Ultras seien über die Gleise gestiegen und haben Steine und Stühle der Bahnhofsgaststätte geworfen. Einer der Clubfans sei von mehreren Männern mit Fäusten geschlagen worden - er musste mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

"Durch zusammengezogene Kräfte der Bundes- und Landespolizei konnte die Lage beruhigt werden", erklärt ein Sprecher. Es sei zu keinen weiteren Ausschreitungen gekommen. Jetzt läuft ein Verfahren wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung gegen die Beteiligten. Auch dem Vorwurf der Sachbeschädigung geht die Polizei nach, denn: In der Bahnhofsgaststätte sei Mobiliar beschädigt wurden, auch eine Glastür sei durch die Steinwürfe in Mitleidenschaft gezogen worden.

Erst vor wenigen Monaten war der Landkreis Neustadt/Aisch Schauplatz einer Ultra-Schlägerei. Im April griffen Nürnberger Fans einen Kleeblatt-Zug an. Vermummte Nürnberger Anhänger attackierten Kleeblatt-Heimfahrer - zwei Männer erlitten damals erhebliche Verletzungen. "Wir verurteilen jede Form von Gewalt auf das Schärfste", sagte FCN-Sportvorstand Dieter Hecking damals.


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