Fünf Kandidaten stehen zur Wahl

Bürgermeisterwahl in Roth: Doppelt so viele Briefwähler

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

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13.1.2022, 05:50 Uhr
Die Bürgermeisterwahl in Roth findet am 16. Januar statt. Fünf Kandidaten bewerben sich, vielleicht ist zwei Wochen später eine Stichwahl nötig.

 

Die Bürgermeisterwahl in Roth findet am 16. Januar statt. Fünf Kandidaten bewerben sich, vielleicht ist zwei Wochen später eine Stichwahl nötig.   © Uwe Anspach, dpa

Nachdem Ralph Edelhäußer, der seit 2011 für die CSU auf dem Chefsessel im Rother Rathaus saß, am 26. September das Direktmandat als Abgeordneter für den Bundestag errungen hat, ist die Stelle vakant. Sein Stellvertreter Andreas Buckreus (SPD) führt seitdem die Amtsgeschäfte - aber spätestens drei Monate nach dem Ausscheiden des gewählten Bürgermeisters muss ein Nachfolger gewählt sein. Der 16. Januar steht als erster Wahltermin fest, eine mögliche Stichwahl könnte zwei Wochen später am 23. Januar folgen.

Die Wahrscheinlichkeit der Stichwahl ist gar nicht so gering, denn insgesamt bewerben sich fünf Kandidaten darum, ins Rathaus einzuziehen. Naben dem Stellvertreter Buckreus sind das Hans-Günter Kraetsch (CSU), Florian Weber (Die Partei), Michael Ruthardt für die eigens gegründete Unterstützergruppe (Rother Demokraten) und Stefan Kuschel (Die Basis). Eine Stichwahl wird dann notwendig, wenn bei der ersten Wahl keiner der fünf Herren mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen kann.

Fast doppelt so viele Briefwahlbezirke

Während der Wahlkampf pandemiebedingt nur leise und vorwiegend digital stattfindet, laufen die Vorbereitungen auf die Wahl am Sonntag auf Hochtouren. Der Rother Ordnungsamtsleiter Rainer Hofer ist bereits darauf eingestellt, dass sich immer mehr Menschen für die Briefwahl entscheiden: Schon jetzt haben 4812 Wähler die Unterlagen angefordert. Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2017 hatten insgesamt nur 2422 Rother per Brief gewählt. Die Stadt hat auf den Trend reagiert und kräftig aufgestockt: Statt der sechs Briefwahlbezirke bei der letzten Bürgermeisterwahl wird es diesmal zehn, fast doppelt so viele, geben.

Dafür wurde die Zahl der "echten" Wahllokale von 23 auf 18 reduziert. Fast alle sind barrierefrei, aber in fünf Feuerwehrhäusern (in Rothaurach, Pruppach, Heubühl, Wallesau und Unterheckenhofen) sowie bei der Schlosserei Modi in Obersteinbach sei der barrierefreie Zugang einfach nicht hinzukriegen.

Organisatorisch sieht Hofer kein großes Problem. "Die Bürgermeisterwahl ist ja keine so komplexe Wahl wie die Kommunalwahl." Statt vieler Listen, vieler Stimmen und der Möglichkeit zum Kumulieren und Panachieren gibt es jetzt nur fünf Kandidaten - und eine Stimme.

Die 224 Wahlhelfenden haben am Dienstag noch eine genaue Einweisung bekommen. Aber infolge der Pandemie gelten auch diesmal - wie erstmals bei der Kommunalwahl 2020 und dann bei der Bundestagswahl 2021 - besondere Regelungen und Vorkehrungen. Die Wählerinnen und Wähler müssen zwar keinerlei Nachweise über Impf- oder Teststatus vorzeigen, aber ausnahmslos FFP2-Masken tragen. Für die Wahlhelfenden, die sich mehrere Stunden im Raum aufhalten, gilt die 3G-Regel: geimpft, genesen oder getestet. Sie müssen - wie im Einzelhandel auch - keine FFP2-, sondern nur medizinische Masken tragen.

Dazu kommen Plexiglasscheiben zum Abtrennen der Bereiche, Desinfektionsspender und "wo möglich" Einbahnregelungen. Die Helfer im Wahllokal sollen zudem für schnellen und reibungslosen Ablauf sorgen und darauf achten, dass in den Wahllokalen nicht mehr Menschen gleichzeitig sind als Wahlkabinen.

Gespannt ist man auch auf die Wahlbeteiligung: Bei der Wahl 2017 lag sie bei 52 Prozent.

Ergebnisse online abrufbar

Mit Wahlpartys sieht es coronabedingt freilich schlecht aus. Aber die Auszählungsergebnisse (bis gegen 19.30 Uhr erwartet Rainer Hofer das vorläufige Endergebnis) lassen sich online verfolgen auf der Seite der Stadt unter www.stadt-roth.de

Auch wenn frühestens am Sonntagabend feststeht, wer nächster Bürgermeister der Kreisstadt wird - eins ist jetzt schon sicher: Er ist es vorerst nur vier Jahre lang. Denn erstmals nach dem Rückzug von Hans Weiß vor 23 Jahren wird die Wahlperiode wieder an die reguläre Kommunalwahl angepasst. Und die findet 2026 statt.

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