Fast im Alleingang

Bürgermeisterwahl in Roth: Ruthardt will es nochmal wissen

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

RHV

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18.11.2021, 05:40 Uhr
Michael Ruthardt, früher mal FDP-Kandidat, tritt bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Roth ohne Partei im Rücken an. Seine Unterstützer sind bisher zu sechst und heißen

Michael Ruthardt, früher mal FDP-Kandidat, tritt bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Roth ohne Partei im Rücken an. Seine Unterstützer sind bisher zu sechst und heißen "Rother Demokraten". © rot-4c-rhv-ruthardt-oh-20211117-145328_app11_02.jpg, NN

Michael Ruthardt kennt man schon in Roth. Für die FDP hat er vor zehn Jahren schon einmal Bürgermeister werden wollen. 2014 war sein Ziel, für die Freien Demokraten in den Stadtrat gewählt zu werden. Beides hat nicht geklappt. Aus der FDP trat er 2014 aus, aus privaten Gründen, wie er sagt. Damals waren die drei Töchter klein, jetzt sind sie 18, 16 und zwölf Jahre alt. Und Michael Ruthardt kommt zurück auf die kommunalpolitische Bühne. Den Sprung ins Rathaus will er mit den "Rother Demokraten" schaffen.

Die kennt man in Roth noch nicht, also zumindest nicht als neuformierte Wählergruppe. Sechs Köpfe fasst die Gruppe bisher, am vergangenen Freitag war Aufstellungsversammlung.

Bei der FDP hatte Ruthardt vor der neuen Gründung nochmal angefragt, auch bei der Partei "Die Franken", war aber bei keiner der beiden auf Interesse gestoßen. Also will er jetzt mit den Rother Demokraten durchstarten. "Es ist ambitioniert", das weiß er. "Aber", sagt er, "wenn man eine politische Ader hat, dann muss man einfach was machen."

"Was machen" will er vor allem infolge der Corona-Situation: Das Sterben vieler kleiner Betriebe - oder das Nicht-mehr-Öffnen nach der Pandemie - habe er selbst vielfach mitverfolgt. "Gegen immer mehr Leerstände in der Innenstadt muss man aktiv etwas unternehmen", fordert er.

"Auf die Unternehmen zugehen, sie unterstützen, eventuell mit einem Zuschussprogramm. Da kann man nicht einfach sagen, dass es schön wäre, wenn sich ein Unternehmen ansiedelt", spielt er auch auf die Situation in den Rothmühl- und Valentin-Passagen an und auf den nächsten Leerstand im Postgebäude am Marktplatz. "Die Kommunalpolitik muss sich wesentlich stärker auf die Bürger ausrichten."

In Sachen Hallenbad positioniert sich Ruthardt ganz eindeutig: "Ich werde es bauen." Lange genug habe man mit Studien verbracht, deren Kosten den Unterhalt des Bades zum Teil schon finanzieren könnten.

Außerdem will er einen Roth-Fonds auflegen, der sich an Unternehmen beteiligt. Finanziert werden soll er von Bürgern. Damit könne die Wirtschaftskraft gestärkt werden. Einige Themen stehen noch auf seiner Liste, aber jetzt wollen er und die Rother Demokraten erstmal Fahrt aufnehmen Richtung Vereinsgründung. "Denn die Wählergruppe soll auf Dauer angelegt sein."

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